Die natürlichen Gesetze nach Thomas Hobbes

Die natürlichen Gesetze sind Regeln der Vernunft, die zwar auch im Naturzustand vorhanden sind, hier jedoch noch nicht greifen können. Später wird er noch bürgerliche Gesetze anführen, welche diese natürlichen Gesetze in einem Staat zu verbindlichen Gesetzen machen können. Das oberste Naturgesetz lautet noch: tue nichts selbst schädigendes.

Im Naturzustand nun hat jeder ein Recht auf alles und der Krieg aller gegen alle herrscht. Um diesen zu überwinden formuliert Hobbes nun die obersten zwei Naturgesetze, welche jeder Mensch vernünftigerweise folgen muss und will: 1. Suche Frieden; kommt keiner, suche nach anderen Mitteln der Selbsterhaltung. 2. Jeder muss auf sein Recht auf alles verzichten, sofern es die anderen auch tun und so viele Freiheiten einräumen, wie sie selber haben wollen. Man wird diese abgeben wollen, weil man damit andere Vorteile erlangt. Z.B. eben den Frieden und damit sicheren Selbsterhalt. Auf einige Recht wie seine Selbstverteidigung kann man allerdings nie verzichten.

Ein Vertrag ist eine wechselseitige Rechtsübertragung. Er muss sofort in Erfüllung gehen, mit dem Recht wird auch das Nutzungsrecht übertragen (z.B. dass das Staatsoberhaupt zur Selbsterhaltung aller die Armee befehligen darf) und mit seiner Erfüllung geht er zu Ende. Ein erpresster Vertrag ist im NZ gültig, frühere Verträge heben spätere auf. Die Furcht vor etwas sichert einen Vertrag am besten, nötigenfalls mit Eid.

Neben den 2 grundsätzlichen Naturgesetzen gibt es noch etliche weitere.

  1.     Verträge müssen erfüllt werden. (Nichterfüllung wäre Ungerechtigkeit. Eigentum entsteht erst durch eine bürgerliche Gesellschaft.)
  2.     Wer eine Wohltat bekommt, muss dieser gerecht werden.
  3.     Jeder muss sich nützlich machen (strebt man nach etwas, das man nicht braucht, fördert man den K.a.g.a.).
  4.     Bei Reue müssen Beleidigungen verzeiht werden (um des Friedens Willen).
  5.     Bei Strafen muss zu bessern versuchen, alles andere wäre Grausamkeit.
  6.     Niemand darf Hass oder Verachtung zeigen sondern die Gleichheit aller anerkennen.
  7.     Alle Menschen sind von Natur aus gleich.
  8.     Man darf kein Recht einfordern, dass man jemand anderem nicht zugestehen würde.
  9.     Richter müssen unparteiisch sein.
  10.     Unteilbares muss Gemeinschaftsgut sein.
  11.     Der erste Besitz muss durch das Los bestimmt werden.
  12.     Nicht teilbares und Nicht gemeinschaftliche Güter gehen durch Los an Erstgeburten bzw. erste Besitznehmer.
  13.     Friedensmittler müssen sicher sein.
  14.     Einem Richtspruch hat man zu gehorchen.
  15.     Man darf sich nicht selbst richten.
  16.     Richter dürfen nicht parteiisch oder bestechbar sein.
  17.     Streits sind durch Zeugenaussagen zu schlichten.

 

Advertisements

Schlagwörter:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: